{"id":285,"date":"2018-03-20T14:42:25","date_gmt":"2018-03-20T14:42:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ghianti.de\/?p=285"},"modified":"2023-02-03T18:58:52","modified_gmt":"2023-02-03T18:58:52","slug":"historie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ghianti.de\/index.php\/2018\/03\/20\/historie\/","title":{"rendered":"Historie"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Renommierte Karosseriebauer wie Rometsch, Danhauser &amp; Strau\u00df und Drews aus Wuppertal hatten in den Nachkriegsjahren einige Versuche unternommen, um ein K\u00e4fer-Fahrgestell mit einem sportlichen Blechkleid zu versehen. Vergeblich: Bescheidene Verkaufserfolge lie\u00dfen Pl\u00e4ne einer Serienfertigung scheitern, nicht zuletzt, weil der VW-Chef Nordhoff solchen Vorhaben ablehnend gegen\u00fcberstand.<\/p>\n<p class=\"t8\" align=\"justify\">Wilhelm Karmann wandte sich an seinen Freund Luigi Serge, um ihn mit dem Styling einer sportlichen K\u00e4fer-Version zu beauftragen. Der norditalienische Blechschneider war der Leiter des Turiner Karosseriewerkes Ghia. Seine Antwort war der Entwurf der flie\u00dfenden Linienf\u00fchrung des eleganten Coup\u00e9s. Mit der Vorstellung der ersten Prototypen konnte man sich in Wolfsburg, wenn auch z\u00f6gernd, f\u00fcr eine Serienfertigung entscheiden.<\/p>\n<p class=\"t8\" align=\"justify\">Der erste Wagen, der den Namen Karmann trug, war die Coup\u00e9-Version des VW 1200, der gegen\u00fcber dem Prototyp mit geringf\u00fcgigen fertigungstechnischen \u00c4nderungen in Osnabr\u00fcck in Serie ging. Die Alltagstauglichkeit dieser bildh\u00fcbschen Karosserie sicherte die Verbindung mit billiger Gro\u00dfserientechnik. Die Leistung des 30-PS-Motors im Heck stand nicht im Verh\u00e4ltnis zum &#8222;schnellen&#8220; \u00c4u\u00dferen. Die Zuverl\u00e4ssigkeit, verbunden mit geringen Wartungs- und Reparaturkosten, war f\u00fcr viele K\u00e4ufer von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung als eine h\u00f6here PS-Leistung. Ein weiterer Nachteil war das Gewicht des Karmann-Ghia. Im Gegensatz zur Limousine erh\u00f6hte sich sein Eigengewicht um 50 kg. Die unwesentliche Steigerung der Schnelligkeit, der geringe Nutzraum und der h\u00f6here Preis (verglichen mit der Limousine) verhinderten nicht, da\u00df dieses Coup\u00e9 sich zu einem Verkaufsschlager entwickelte. Die Linienf\u00fchrung der Karosserie und der Unverw\u00fcstlichkeitsmythos des Volkswagens waren die Komponenten f\u00fcr den Erfolg des schwachbr\u00fcstigen Sch\u00f6nlings.<\/p>\n<p>Der Verkauf lief nach der Aufnahme der Serienfertigung imAugust 1955 z\u00fcgig an. Eine F\u00fclle von Farbt\u00f6nen, mit oder ohne Metall-Effekt, zus\u00e4tzlich kombinierbar mit farblich abgesetzten D\u00e4chern, waren passend f\u00fcr die flotte Karosserieform. Abgestimmt mit der Lackierung war der Innenraum mit seinen Polsterbez\u00fcgen und den Seitenverkleidungen. Bequeme, \u00fcppig gepolsterte Vordersitze garantierten einen guten Seitenhalt. Eine Zeituhr, auf gleicher H\u00f6he mit dem Tachometer installiert, zeichnete das sportliche Armaturenbrett in einem besonderen Volkswagen aus.<\/p>\n<p>Vom Werk als 2\/2-Sitzer betitelt, konnte die magere Sitzbank im Heck nur als Notsitz bezeichnet werden. Selbst in einem offiziellen Verkaufsprospekt lautete es: &#8222;Die Sitzbank mit ihrem weichen Schaumgummipolster bietet sich [nur] f\u00fcr gelegentliche Fahrten auch zu dritt oder viert an.&#8220; Als zus\u00e4tzliches Gep\u00e4ckteil, mit ausreichend Stauraum f\u00fcr den Urlaub zu zweit, erf\u00fcllte die umklappbare R\u00fcckbank dennoch ihren Zweck.<\/p>\n<p>Im September 1957 hatte auf der Frankfurter Automobilausstellung die Cabriolet-Version des Karmann-Ghia ihr Deb\u00fct. Das ungetr\u00fcbte Frischluftvergn\u00fcgen f\u00fcr 8250 DM mit wasserdichtem Verdeck bot als einzigen Nachteil eine eingeschr\u00e4nkte Sicht noch hinten.<\/p>\n<p>Das Karmann-Ghia-Coup\u00e9 geno\u00df in seiner 19-j\u00e4hrigen Produktionszeit intensive Modellpflege, orientiert an den jeweiligen Verbesserungen und Modifikationen des K\u00e4fers.<\/p>\n<p>Als 1971 das elegante Coup\u00e9 mit den unf\u00f6rmigen Sto\u00dfstangen vorgestellt wurde, zeichnete sich bereits das Ende der Laufbahn des Erfolgstyps vergangener Zeiten ab. Kein Widerspruch, wie sp\u00e4ter beim K\u00e4fer-Cabriolet, gab es bei der Produktionseinstellung gegen Jahresende 1973.<\/p>\n<p>Im Werksjargon als Typ 14 bezeichnet, produzierte Karmann 443.466 Exemplare. In der Coup\u00e9-Version verlie\u00dfen 362.585 Exemplare und als Cabrio 80.881 Fahrzeuge das Band in Osnabr\u00fcck. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Zeiten ist heute die Cabrio-Version eine gesuchte Rarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt sei an dieser Stelle auch noch der &#8222;gro\u00dfe Bruder&#8220; des Karmann Ghia, die 1500er-Varionte (VW Typ 34), die 1961 auf der IAA in Frankfurt der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt wurde und deren Pl\u00e4ne auf das Jahr 1959 zur\u00fcckgehen. Gedacht waren diese Wagen, die ebenfalls aus der VW-Karmann-Ghia-Verbindung resultierten, f\u00fcr eine gehobene K\u00e4uferschicht mit exklusiven W\u00fcnschen. Die Technik, Fahrwerk und Motor, ist mit der des 1500er und des Variant identisch, w\u00e4hrend die unspektakul\u00e4re Karosserieform als &#8222;zeittypisch&#8220; gelten kann und z.B. an die ebenso gl\u00fccklosen Chevrolet-Corvair-Modelle (ebenfalls mit luftgek\u00fchltem Heckmotor!) erinnert. Das eigenwillige Design sowie die f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse horrenden Preise (Cabrioletpreis 1961: DM 9.500,-) trugen nicht unerheblich zum Mi\u00dferfolg dieses &#8222;Exoten&#8220; bei. Von der Cabrioletversion entstanden aufgrund von Fertigungsproblemen lediglich 31 Fahrzeuge (andere Quellen erw\u00e4hnen nur 11), von denen bis heute blo\u00df zwei erhalten geblieben sind. Aber auch das Coup\u00e9, mit einem<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Preis von DM 8.900,-, war kaum billiger. Zum Vergleich: F\u00fcr den Preis eines 1500er Karmann-Ghia gab es seinerzeit bereits einen 190er Mercedes(!). Die Absatzzahlen erlebten schnell eine erschreckende Talfahrt, so da\u00df man sich 1964 gezwungen sah, den Preis um DM 450,- zu senken. Bis zum Juli 1969, dem Produktionsende der gl\u00fccklosen gro\u00dfen Karmann-Ghia-Modelle, wurden lediglich 42.536 Einheiten hergestellt, die entweder \u00fcber den 1500er Motor mit 45 PS verf\u00fcgten, oder aber als 1500 S-Modell mit der 54 PS-Motorisierung ausgestattet waren.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Renommierte Karosseriebauer wie Rometsch, Danhauser &amp; Strau\u00df und Drews aus Wuppertal hatten in den Nachkriegsjahren einige Versuche unternommen, um ein K\u00e4fer-Fahrgestell mit einem sportlichen Blechkleid zu versehen. Vergeblich: Bescheidene Verkaufserfolge lie\u00dfen Pl\u00e4ne einer Serienfertigung scheitern, nicht zuletzt, weil der VW-Chef Nordhoff solchen Vorhaben ablehnend gegen\u00fcberstand. 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